Leben in Hirschau

Liebe Hirschauerinnen und Hirschauer,

unser Dorf hat sich bei einem Projekt des Ministeriums für Soziales und Integration beworben und den Zuschlag bekommen!

Um was handelt es sich dabei?

Es geht darum, gemeinsam als Bürgerinnen und Bürger Hirschaus sich auf den Weg zu machen mit den Fragen: „Wie wünschen wir uns das Miteinander in unserem Ort? Wie wollen wir im Alter leben? Was braucht unser Dorf für gelingende Nachbarschaften?

Das Ministerium für Soziales und Integration fördert Städte und Gemeinden, die sich in einem partizipativen Prozess, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, diesen Fragen widmen.

So wird es in den kommenden Monaten in Hirschau verschiedene größere und kleinere Veranstaltungen geben, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind und aufgefordert werden daran teilzunehmen, Ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern und vielleicht auch gemeinsam mit anderen bestimmte Themen in Hirschau aktiv voranzubringen.

Hirschau bekommt dafür bis Ende 2019 eine 20%-Stelle finanziert. Ab sofort wird Frau Claudia Stöckl als Sozialplanerin der Stadt Tübingen jede Woche einen Nachmittag im Rathaus anzutreffen sein, ein offenes Ohr haben und die Gruppen betreuen, die sich zu den gewünschten Themen finden. Außerdem werden die Veranstaltungen von Wolfgang Schleicher, Mitarbeiter von „SPES“, einer externen und in diesen Themen erfahrenen Beratungsfirma, moderiert und zum Schluss dokumentiert.

Die erste große Auftaktveranstaltung ist am 14. Mai 2018 um 18.00 Uhr im Feuerwehrhaus. Informationen dazu und wie es dann weitergeht finden Sie in einer beigefügten Broschüre in dieser Ausgabe unseres Mitteilungsblattes. Ich würde mich freuen, viele von Ihnen an diesem Abend begrüßen zu dürfen, wenn es heißt: „Leben in Hirschau. Gemeinsam. Gestalten.“

 

Für alle, die die Broschüre noch nicht kennen Leben in Hirschau

 

Haben Sie jetzt schon Fragen oder Anregungen, dann wenden Sie sich bitte an Frau Claudia Stöckl per Email (claudia.stoeckl@tuebingen.de) oder kommen Sie dienstags zwischen 14:00 Uhr und 18:00 Uhr auf dem Rathaus vorbei.

Auftaktveranstaltung am 14.Mai 2018

 

Gelungene Auftaktveranstaltung zum Projekt „Leben in Hirschau. Gemeinsam. Gestalten.“

 

Um kurz nach 18.00 Uhr war der Feuerwehrsaal mehr als voll. Wer jetzt noch kam, musste stehen, so viele Hirschauerinnen und Hirschauer kamen zur Auftaktveranstaltung des Projekts: „Leben in Hirschau. Gemeinsam. Gestalten.“

 

Ortsvorsteher Ulrich Latus war darüber natürlich sehr erfreut, begrüßte die Anwesenden herzlich und leitete den Abend ein. „Was gibt es schon in Hirschau für das soziale Leben aller Generationen und was brauchen wir noch?“ Hirschau kann eine reiche Palette an sozialer Infrastruktur aufweisen, nur wissen gar nicht alle davon. Dies könnte ein Thema sein, das im Rahmen des Projekts bearbeitet werden kann: Wie erfahren denn alle von dem, was es gibt?

 

Das Projekt, das vom Landesministerium für Soziales und Integration mit 70.000 € gefördert wird, unterstützt Kommunen auf ihrem Weg, zusammen mit der Bevölkerung zu überlegen, wie eine gute und facettenreiche Versorgung der älter werdenden Bevölkerung gelingen kann, nimmt aber auch die Lebenslagen und Sorgen der jüngeren Bevölkerung in den Blick: generationenübergreifend. Frau Dr. Arbogast, Erste Bürgermeisterin Tübingens bettete das Projekt ein in das große Vorhaben, den betagten und hochbetagten Menschen in den Stadtteilen und Teilorten Tübingens die Chance zu geben, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden alt zu werden, auch wenn die familiären Strukturen und Unterstützungskapazitäten heute anders sind als noch vor Jahren. Den Prozess begleitet die Firma SPES und die Stadt Tübingen, die eine 20% Stelle dafür geschaffen hat. Um ein Beispiel zu geben, wie es seiner Kommune gelang, genau solch einen Beteiligungsprozess erfolgreich umzusetzen, kam Bürgermeister a.D. Gerhard Kiechle aus Eichstetten, einem Ort in der Nähe von Freiburg, 3.000 Einwohner, und erzählte. Der sehr ausführliche Bericht schilderte die Maßnahmen, die seine Gemeinde umsetzte hin zu einer „Sorgenden Gemeinschaft“: Welche Wohnformen für Ältere eingerichtet wurden und wie Ehrenamtliche die Pflege und Betreuung der Seniorinnen und Senioren flankieren und unterstützen. Hierzu wurde eigens ein Verein gegründet mit dem Namen „Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V.“ und die Ehrenamtlichen umfangreich geschult. Dann waren die Hirschauerinnen und Hirschauer gefragt. Zu sechs unterschiedlichen Themen bildeten sich Gesprächsgruppen. Intensiv wurden diskutiert: „Was haben wir schon, was brauchen wir noch?“, „Treffpunkte“, „Wohnen im Alter“, „Pflege und Betreuung“, „Bewegung, Musik, Aktivitäten“, „Infrastruktur“ und „Mobilität“. Hier waren nun die Zeit und der Ort, anzusprechen, was den Hirschauerin-nen und Hirschauern unter den Nägeln brennt. Das reichte von der Bitte, die Ganztagsbetreuung für Kinder aufrecht zu erhalten, über die Schaffung einer Ortsmitte, hin zu einem Treffpunkt, besseren Einkaufs-möglichkeiten, einer Bushaltestelle am Friedhof und der Schaffung von Tagespflege in Hirschau, um nur ein paar Punkte zu nennen. Die Gedanken und Ideen sprudelten und alle wurden auf großen Plakaten festgehalten und anschließend dem Plenum vorgestellt.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Am 19. Juni 2018 um 19:00 Uhr ist die nächste größere Veranstaltung geplant. Im Gemeindehaus St. Urban können all diejenigen kommen, die sich gerne einem der Themen vertieft widmen möchten. Gemeinsam mit dem Ortschaftsrat, der Projektkoordinatorin Claudia Stöckl und dem Mitarbeiter der Firma SPES, Wolfgang Schleicher, sollen nochmals Ideen und Anregungen gesammelt und überlegt werden, wie die Ideen auch umgesetzt werden können. Die Hoffnung ist, dass kleine Projekt-gruppen entstehen, die über einen gewissen Zeitraum Themenbereiche bearbeiten. Betreut werden diese Gruppen von der Projektkoordinatorin. Claudia Stöckl Informationen bei:

 

 Claudia Stöckl, Verwaltungsstelle Hirschau, Kingersheimer Straße 57, Tel.: 07071 204 1553, Email: claudia.stoeckl@tuebingen.de, Bürozeiten: dienstags 14.00-18.00 Uhr.

Wer nicht bei der Veranstaltung dabei war, sich aber für den Vortrag von Herrn Kiechle interessiert, kann hier seine Präsentation sehen.